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Werte, sozial-interaktive Bedeutung

Online-Eintrag zitieren

Metz-Göckel, H. (2019). Werte, sozial-interaktive Bedeutung. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 14.11.2019, von https://portal.hogrefe.com/dorsch/werte-sozial-interaktive-bedeutung/


Aus dem Buch zitieren

Metz-Göckel, H. (2014). Werte, sozial-interaktive Bedeutung. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 1826). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

Prof. em. Dr. Hellmuth Metz-Göckel


Literatur

Gollwitzer, M. & Schmitt, M. (2006). Sozialpsychologie. Weinheim: Beltz.

Rheinberg, F. (2008a). Motivation. Stuttgart: Kohlhammer.

van Lange, P. A. M. & de Dreu, C. K. W. (2002). Soziale Interaktion: Kooperation und Wettbewerb. In W. Stroebe, K. Jonas & M. Hewstone (Hrsg.), Sozialpsychologie: Eine Einführung (4. Aufl., S. 381–414). Berlin: Springer.

Atkinson, J. W. (1957). Motivational determinants of risk-taking behavior. Psychological Review, 64, 359–372.

[engl. value], [EM, KOG, SOZ], Werte (= W.) spielen in versch. psych. Bereichen eine Rolle. Gemeint ist damit, dass Sachverhalten oder Handlungen Bedeutung und Nutzen zugesprochen bekommen, dass sie als wichtig erachtet und gegenüber anderen präferiert werden. In einer Gruppe von Theorien, die die Beziehung zw. Partnern zum Thema haben, wird angenommen, dass jede soziale Interaktion als Austausch von W. beschrieben werden kann. W. können pos. (Zuwendung, Geld) oder neg. (Kosten, Zeitaufwand) sein. Der Belohnungswert eines Verhaltens ergibt sich auch aus dem Vergleich mit Verhaltensoptionen, die die Person ebenfalls hat. Zentrale Annahme bei den meisten Austauschtheorien ist, dass eine Sozialbeziehung eingegangen und aufrechterhalten wird, wenn die Relation von pos. (Nutzen) zu neg. (Kosten) W. bei beiden Partnern auf Dauer annähernd gleich ist (Kosten-Nutzen-Kalkulation). Andere Ansätze zu sozialen Interaktionen zentrieren sich auf die Frage, ob der Einzelne von Eigen- oder von kollektivem Interesse geleitet ist. Dies betrifft viele Situationen wie etwa die Verhandlungen zw. Gewerkschaften und Arbeitgebern, die gemeinsame Nutzung von Gütern (Allmende-Klemme), aber auch viele Spiel- oder Risikosituationen mit interdependenten Partnern (Interdependenz, soziale). Dabei können sich die Interaktionspartner an best. W. orientieren wie etwa Kooperation vs. Wettbewerb oder Altruismus vs. Individualismus. W. spielen in etwas anderer Bedeutung in einer Reihe von motivationsps. Ansätzen, den Erwartung-mal-Wert-Modellen (Erwartung-Wert-Theorien), eine Rolle. Die Entscheidung (Entscheiden) zu handeln basiert demnach nicht nur auf der Erfolgserwartung, sondern auch auf dem Wert des möglichen Handlungsergebnisses für die Person. Wert kann dabei als Anreizwert oder auch nur als Anreiz verstanden werden, womit das Ausmaß gemeint ist, mit dem sich die Person Befriedigung durch das Handlungsergebnis verspricht. Der bekannteste Ansatz ist das Risiko-Wahl-Modell von Atkinson (1957), das die Forschung lange Zeit bestimmt hat. Auch bei dessen Erweiterungen spielt W. eine Rolle. Wenn ein Handlungsergebnis, etwa ein «gut» bestandenes Examen, mehrere Folgen hat, z. B. gute Berufsaussichten, persönliche Befriedigung oder auch pos. Resonanz vonseiten der sozialen Umgebung, so haben die einzelnen Folgen meist sowohl unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten als auch unterschiedliche Anreizwerte. Dem einen mag viel am Lob durch die Familie liegen, dem anderen mehr an den verbesserten Berufsaussichten.


Autor/en

Hellmuth Metz-Göckel

Literatur

Gollwitzer, M. & Schmitt, M. (2006). Sozialpsychologie. Weinheim: Beltz.

Rheinberg, F. (2008a). Motivation. Stuttgart: Kohlhammer.

van Lange, P. A. M. & de Dreu, C. K. W. (2002). Soziale Interaktion: Kooperation und Wettbewerb. In W. Stroebe, K. Jonas & M. Hewstone (Hrsg.), Sozialpsychologie: Eine Einführung (4. Aufl., S. 381–414). Berlin: Springer.

Atkinson, J. W. (1957). Motivational determinants of risk-taking behavior. Psychological Review, 64, 359–372.