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Lernen, Lernforschung

Online-Eintrag zitieren

Haider, H. (2018). Lernen, Lernforschung. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 18.11.2018, von https://portal.hogrefe.com/dorsch/lernen-lernforschung/


Aus dem Buch zitieren

Haider, H. (2014). Lernen, Lernforschung. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 943). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

Prof. Dr. Hilde Haider

Universität zu Köln, Department Psychologie, Lehrstuhl Allgemeine Psychologie I, Richard-Strauss-Str. 2, 50931 Köln
hilde.haider@uni-koeln.de

Literatur

Kluwe, R. H., Lüder, G. & Rössler, F. (2003). Principles of human learning and memory. Basel: Birkhäuser.

Kandel, E. (1976). Cellular basis of behaviour: An introduction to behavioral neurobiology. New York: Freeman.

Pavlov, I. P. (1927). Conditioned reflexes. London: Oxford UP.

Thorndike, E. L. (1898). Animal intelligence: An experimental study of associative processes in animals. Psychological Monographs, 2, i–109.

Skinner, B. F. (1938). The behavior of organisms. New York: Appleton-Century Crofts.

Hebb, D. O. (1949). Organization and behavior. New York: Wiley.

Köhler, W. (1925). The mentality of apes. New York: Harcourt, Brace & World.

Rescorla, R. A. & Wagner, A. R. (1972). A theory of Pavlovian conditioning: Variations on the effectiveness of reinforcement and non-reinforcement. In A. H. Black, & W. F. Prokasy (Eds.), Classical conditioning II: Current research and theory (pp. 64–99). New York: Appleton-Century Crofts.

[engl. (research on) learning, learning reseach], [KOG], Lernen (= L.) bezeichnet jene Prozesse, die zu einer relativ langfristigen Veränderung im Verhaltenspotenzial eines Organismus führen und das Ergebnis von Erfahrung darstellen. L. ist für alle Organismen bedeutsam, da das Ausmaß der Plastizität (Lernfähigkeit) des Verhaltens bestimmt, wie variabel er sich an verändernde Umweltbedingungen anpassen kann. L. führt zu strukturellen Veränderungen in spezif. Hirnstrukturen (Gehirn, z.B. Kandel 1976). L. war lange Zeit ausschließlich mit dem Behaviorismus verbunden, der durch den Verzicht auf die Annahme internaler Konstrukte alle Verhaltensänderungen allein durch L. erklärte. Entsprechend wurden zentrale Lernmechanismen postuliert. Bis heute von zentraler Bedeutung sind insbes. klassische Konditionierung (Pawlow 1927), instrumentelle Konditionierung (Thorndike 1898), operante Konditionierung (Skinner 1938) und die Hebb’sche Lernregel (Hebb’sches Prinzip, Hebb 1949). Während diesen Lernprozessen die Annahme zugrunde liegt, dass L. auf der Ausbildung von Assoziationen zw. Ereignissen beruht, kann Einsichtslernen als der einzige Lernprozess betrachtet werden, der nicht auf Assoziationen beruht (Köhler 1925). Auch in der kogn. Ps. spielen assoziative Lernmechanismen eine zentrale Rolle. Insbes. das Rescorla-Wagner-Modell ist wesentlich für das heutige Verständnis von L. Diesem zufolge findet L. statt, solange die lernende Person über das eintretende Ereignis überrascht ist, also eine Erwartungsverletzung besteht (Rescorla & Wagner 1972). Hieraus hat sich die Forschung zum Vorhersagefehler (prediction error) entwickelt. Zudem bildet das Rescorla-Wagner-Modell eine wesentliche Basis für konnektionistische Lernmodelle (Konnektion). Eine in der akt. Lernforschung wesentliche Frage ist, ob L. an Bewusstsein gebunden ist. Die Befunde legen nahe, dass L. implizit (oder unbewusst) verlaufen kann, da das Verhalten der Person Wissen widerspiegelt, nicht aber ein sensitiver Wissenstest.


Autor/en

Hilde Haider

Literatur

Kluwe, R. H., Lüder, G. & Rössler, F. (2003). Principles of human learning and memory. Basel: Birkhäuser.

Kandel, E. (1976). Cellular basis of behaviour: An introduction to behavioral neurobiology. New York: Freeman.

Pavlov, I. P. (1927). Conditioned reflexes. London: Oxford UP.

Thorndike, E. L. (1898). Animal intelligence: An experimental study of associative processes in animals. Psychological Monographs, 2, i–109.

Skinner, B. F. (1938). The behavior of organisms. New York: Appleton-Century Crofts.

Hebb, D. O. (1949). Organization and behavior. New York: Wiley.

Köhler, W. (1925). The mentality of apes. New York: Harcourt, Brace & World.

Rescorla, R. A. & Wagner, A. R. (1972). A theory of Pavlovian conditioning: Variations on the effectiveness of reinforcement and non-reinforcement. In A. H. Black, & W. F. Prokasy (Eds.), Classical conditioning II: Current research and theory (pp. 64–99). New York: Appleton-Century Crofts.