Der DORSCH in der 18. Auflage: das Standardwerk der Psychologie!

LeBon, Gustave

Online-Eintrag zitieren

Lück, H. (2018). LeBon, Gustave. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 20.06.2018, von https://portal.hogrefe.com/dorsch/lebon-gustave/


Aus dem Buch zitieren

Lück, H. (2014). LeBon, Gustave. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 994). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

Prof. Dr. Helmut E. Lück

FernUniversität, Institut für Psychologie, D-58084 Hagen
Helmut.Lueck@FernUni-Hagen.de

Literatur

LeBon, G. (1895). Psychologie des foules. Paris: Édition Félix Alcan.

Sodhi, K. S. (1958). Zur Problematik der Massenpsychologie. Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 10, 209-221.

Hofstätter, P. R. (1957b, 1971). Gruppendynamik. Reinbek: Rowohlt.

(1841–1931), [HIS, SOZ], Charles Marie Gustave LeBon gilt als führender Autor der Massenpsychologie. Er wurde in Nogent-le-Rotrou (Eure-et-Loir) geb. und besuchte die Schule in Tours. Nach dem Studium der Med. in Paris, das er 1866 mit der Promotion abschloss, arbeitete er als Arzt, zunächst in freier Praxis, dann ab 1870 im Deutsch-frz. Krieg als Lazarettarzt. Später arbeitete LeBon als Privatgelehrter und Schriftsteller. Zwischen 1860 und 1885 unternahm er Reisen in Europa, nach Nordafrika und Asien. Er verfasste eine größere Anzahl von Büchern, über Anthropologie und Archäologie, so über die Kultur der Araber, über Nepal und Indien. Beeindruckt von der Evolutionstheorie stellte er Untersuchungen über die Variation des Gehirnvolumens an und trat mit den Ergebnissen 1879 in der Pariser Anthropologischen Gesellschaft auf. 1894 veröffentlichte er ein viel beachtetes Buch über die psychol. Gesetze der Evolution des Menschen. Als sein Hauptwerk gilt jedoch Psychologie des foules (Die Psychologie der Massen) (LeBon 1895), das in viele Sprachen übersetzt und bis in die Gegenwart hinein rezipiert worden ist. LeBon nahm aktiv am intellektuellen Leben Frankreichs teil. So begründete er bei Flammarion eine wiss. Reihe mit über 200 Titeln. Er starb neunzigjährig in Marnes-la-Coquette, westlich von Paris. Die Massenpsychologie ist ital. Ursprungs, LeBon war also nicht ihr Begründer, er ist aber bis heute ihr bekanntester Vertreter. Dies liegt wohl an seinen anschaulichen Beschreibungen der Ps. aufgebrachter Massen (Affektaustausch), die das 19. Jhd. erschüttert hatten, und seiner Sorge um den Verlust bürgerlicher Werte in der Massengesellschaft. Viele Leser waren von LeBons Ps. der Massen beeindruckt. Eingehend hat sich auch Sigmund Freud mit LeBon auseinandergesetzt. In der dt. Nachkriegspsychologie waren es vor allem Sodhi (1958) und Hofstätter (1957b), die sich aus der Sicht der Sozialps. kritisch mit LeBon auseinandergesetzt haben.


Autor/en

Helmut E. Lück

Literatur

LeBon, G. (1895). Psychologie des foules. Paris: Édition Félix Alcan.

Sodhi, K. S. (1958). Zur Problematik der Massenpsychologie. Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 10, 209-221.

Hofstätter, P. R. (1957b, 1971). Gruppendynamik. Reinbek: Rowohlt.