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Frühförderung

Online-Eintrag zitieren

Gawehn, N. (2020). Frühförderung. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 01.06.2020, von https://portal.hogrefe.com/dorsch/fruehfoerderung/


Aus dem Buch zitieren

Gawehn, N. (2014). Frühförderung. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 589). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

Prof. Dr. Nina Gawehn

Hochschule für Gesundheit; Professorin für Psychologie (Schwerpunkt: Entwicklungs- und Sozialpsychologie)
nina.gawehn@hs-gesundheit.de

Literatur

Thurmair, M. & Naggl, M. (2000). Praxis der Frühförderung – Einführung in ein interdisziplinäres Arbeitsfeld. München: Ernst Reinhardt Verlag.

(= F.) [engl. early intervention], [EW, PÄD], auch interdisziplinäre Frühförderung, bezeichnet die Förderung und Entwicklungsbegleitung von Kindern zw. dem Säuglings- und Schulalter entspr. der Arbeitsprinzipien Ganzheitlichkeit, Interdisziplinarität, Familienorientierung und Vernetzung unter Beachtung indiv. kindlicher Entwicklungsbedürfnisse (Entwicklungsaufgaben), mit dem Ziel der Förderung gesellschaftlicher Teilhabe (SGB IX) bzw. Partizipation (ICF-CY). Frühförderung verfolgt sowohl kindbezogene Ziele (Aufbau von Kompetenzen, Förderung der Entwicklung von Selbstwertgefühl (Selbstwertregulation) und Selbsterleben, Hilfen zur Integration) als auch elternbezogene Ziele (Stärkung und Erweiterung elterlicher Kompetenzen im Umgang mit dem Kind, Unterstützung der Eltern in der Auseinandersetzung mit ihrer Situation; Eltern-Kind-Beziehung, Elterntrainings, präventive). Einen inhaltlichen Schwerpunkt der F. bilden versch. heilpäd. Methoden und Konzepte zur Entwicklungsförderung, durch welche das Kind Entwicklungsimpulse erfährt. Neben Heilpädagogen arbeiten auch Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit spezif. Schwerpunkt in der F. entwicklungsbegleitend mit einem Kind und seiner Familie (Familienbeziehung, Familienbildung). Zielgruppe von F. sind gleichermaßen Kinder mit manifesten Behinderungen, d. h. Kinder, deren körperliche und/oder geistige Funktionen und Fähigkeiten oder die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs  Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigen, sowie Kinder, die von der Entwicklung einer derartigen Beeinträchtigung «bedroht» sind (vgl. SGB IX, §2). I. e. S. gelten u. a. Säuglinge und Frühgeborene (Frühgeburt) mit Entwicklungsrisiken, mehrfachbehinderte Kinder, Kinder mit Verhaltensbesonderheiten und Lern-, Leistungsstörungen (Lernstörungen), Kinder verunsicherter Eltern sowie entwicklungsgefährdete Kinder aus sozial benachteiligten Familien zu den Zielgruppen präventiver Angebote (Prävention).


Autor/en

Nina Gawehn

Literatur

Thurmair, M. & Naggl, M. (2000). Praxis der Frühförderung – Einführung in ein interdisziplinäres Arbeitsfeld. München: Ernst Reinhardt Verlag.