Der DORSCH in der 18. Auflage: das Standardwerk der Psychologie!

Computerbasierte Diagnostik

Online-Eintrag zitieren

Klinck, D. & Muck, P. (2018). Computerbasierte Diagnostik. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 15.12.2018, von https://portal.hogrefe.com/dorsch/computerbasierte-diagnostik/


Aus dem Buch zitieren

Klinck, D. & Muck, P. (2014). Computerbasierte Diagnostik. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl., S. 335). Bern: Verlag Hogrefe Verlag.
Vorsicht: Dieser Eintrag wurde seit der letzten Buchpublikation online aktualisiert.

Dr. Dorothea Klinck

Leiterin der Organisationseinheit Angewandte Psychologische Forschung und Entwicklung des Berufspsychologischen Service, Bundesagentur für Arbeit, Regensburger Str. 104, 90478 Nürnberg
Dorothea.Klinck@arbeitsagentur.de

Dr. Peter M. Muck

Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Organisationseinheit Angewandte Psychologische Forschung und Entwicklung des Berufspsychologischen Service, Bundesagentur für Arbeit, Regensburger Str. 104, 90478 Nürnberg
Peter.Muck@arbeitsagentur.de

Literatur

Funke, J. & Reuschenbach, B. (2011). Einsatz technischer Mittel in der psychologischen Diagnostik. In L. F. Hornke, M. Amelang & M. Kersting (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie: Leistungs-, Intelligenz- und Verhaltensdiagnostik (B, II, Bd.3, S. 595–631). Göttingen: Hogrefe.

(= C.D.) [engl. computer-based diagnostics], [DIA], unter C.D. werden die versch. Prozesse i. R. psychol. Diagnostik subsumiert, sofern dabei auf Computerunterstützung zurückgegriffen wird. Diese Prozesse umfassen die Planung, Durchführung und Auswertung von Testverfahren oder anderen diagn. Instrumenten (einschließlich der automatisierten Erstellung von Ergebnisberichten), die diagn. Urteilsbildung und Entscheidungsunterstützung sowie die Entwicklung von Testverfahren und anderen diagn. Instrumenten sowie deren Evaluation (diagnostischer Prozess). Wenn diagn. Verfahren computerisiert dargeboten und ausgewertet werden, hat dies mehrere Konsequenzen: (1) Die Durchführungs- und Auswertungsobjektivität ist höher (sofern die Testung in kontrollierter Testumgebung stattfindet; Objektivität). (2) Es können Itemformate (z.B. Simulationen, virtuelle Welten, Videosequenzen als Stimulusmaterial) und Testabläufe (z.B. adaptives Testen) realisiert werden, die auf Papier nicht umsetzbar sind. Die durch solche Itemformate generierte Realitätsnähe kann sich pos. auf die Akzeptanz und Augenscheinvalidität (Validität) auswirken. Eine Herausforderung stellt bei diesen Formaten die psychometrische Fundierung dar. (3) Es besteht die Möglichkeit zur Registrierung zusätzlicher Bearbeitungsdaten (z.B. Itembearbeitungszeiten, Blickbewegungen) und deren Nutzung für diagn. Zwecke (z.B. um irreguläre Testbearbeitungen zu identifizieren oder Rückschlüsse auf kogn. Prozesse zu unterstützen). (4) Besserer Testschutz ist erreichbar, z.B. durch aufgabenbankbasiertes bzw. adaptives Testen oder dadurch, dass die konkreten Items erst im Zuge des indiv. Testverlaufs generiert werden. (5) Meist ist eine höhere Akzeptanz bei den Teilnehmenden erzielbar. (6) Die Erstellung automatisierter Ergebnisreports (meist eine Mischung aus Grafiken und Text) leistet für versch. Zielgruppen bereits eine Interpretation und best. Schlussfolgerungen, bei denen auch externe Bezüge, z.B. zu im System hinterlegten beruflichen Anforderungen, hergestellt werden können. Dadurch können die Teilnehmenden z.B. bei internetbasierten Self-Assessments eine qualifizierte Rückmeldung erhalten oder die Anwender bei Personalauswahlverfahren.



C. Hilfe bei der diagn. Urteilsbildung können diagn. Expertensysteme liefern, die die systemat. Integration versch. Daten sowie die Ableitung von diagn. Schlussfolgerungen unterstützen. I. R. der Testentwicklung kann Computerunterstützung im Bereich der Itemgenerierung (z.B. automatische Itemgenerierung auf der Basis eines Konstruktionsrationals), der Datensammlung (z.B. zentrale Datenbank, in die alle Daten von Testdurchführungen eingehen, sodass diese für Testentwicklungszwecke (z.B. Normierung) genutzt werden können) sowie der Datenauswertung (Statistikprogramme) zu Testentwicklungszwecken genutzt werden. Zudem kann die Durchführung von Validitätsuntersuchungen (Validität) durch die Zusammenführung von elektronisch gespeicherten Test- und Kriteriumsdaten erleichtert werden.



C. D. hat sich mittlerweile in vielen Anwendungsfeldern der Ps. etabliert (z.B. Verkehrspsychologie, Personalauswahl). Psychol. Diagnostik gehört für viele Menschen inzw. zum Lebensalltag. Dazu haben insbes. die enorm umfangreichen «Selbsttestungsangebote» im Internet beigetragen. In vielen Anwendungsfeldern (z.B. Self-Assessment im Zuge der beruflichen bzw. Studienfeld-Orientierung) ist dies – sofern die Angebote von fachlich seriösen Absendern stammen – eine durchaus pos. Entwicklung. Die für Laien schwierige Unterscheidung zw. seriösen diagn. Angeboten und anderen stellt jedoch ein Risiko dar, sowohl für den einzelnen Nutzer, der zweifelhafte Rückmeldungen erhält, als auch für die psychol. Diagnostik insges., weil deren Ansehen und Akzeptanz in der Bevölkerung darunter leiden kann.


Autor/en

Dorothea Klinck & Peter M. Muck

Literatur

Funke, J. & Reuschenbach, B. (2011). Einsatz technischer Mittel in der psychologischen Diagnostik. In L. F. Hornke, M. Amelang & M. Kersting (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie: Leistungs-, Intelligenz- und Verhaltensdiagnostik (B, II, Bd.3, S. 595–631). Göttingen: Hogrefe.